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Über die Zukunft der Tolkien-Verfilmungen


(Artikel vom 12.1.2002)

Nachdem inzwischen ein jeder Die Gefährten im Kino gesehen und sich seine Meinung gebildet haben dürfte, wird es Zeit sich zu fragen, wie es mit Tolkien-Verfilmungen weitergehen könnte. Jaja, daß der zweite und dritte Teil vom Herr der Ringe vor der Tür stehen ist klar. Wenn allerdings der Erfolg dieser Filme erst einmal verdaut sein wird, dann wird das Publikum (und die Filmindustrie) nach Fortsetzungen schreien.

Und weit muß man ja nicht suchen, um den nächstliegenden Kandidaten zu finden, wenn man als Fortsetzung auch einen eigentlichen Vorgänger akzeptiert. Aber so etwas ist ja bereits bekannt und wird spätestens seit Star Wars Episode I als Prequel bezeichnet.
Ich denke, man kann davon ausgehen, daß 1-5 Jahre nach dem dritten Herr der Ringe Film Der Hobbit im Kino zu sehen sein wird und sich vor seinen drei Vorgängern (bzw. Nachfolgern) nicht zu verstecken braucht. Denn Der Hobbit als Film hätte all jenes, was auch den Herr der Ringe ausmacht: Abenteuer, Tragik, Action und eine tolle Kulisse, aber auch etwas, was der Herr der Ringe nicht hat: einen Drachen. Und der gibt doch einen sehr präsenten, telegenen Bösewicht ab. Daneben läßt sich Der Hobbit viel besser und originalgetreuer in einen dreistündigen Film verpacken als jeder einzelne der drei Herr der Ringe Teile, da die Handlung nicht so vollgestopft und kompliziert ist. Gut, nehmen wir mal an, Der Hobbit kommt 2005 oder 6 in die Kinos. Und was kommt dann?
Vielleicht gar nichts mehr. Zumindest nicht in näherer Zukunft. Und das hat seinen Grund: Tolkien selbst verkaufte die Filmrechte des Hobbits und des Herr der Ringe bereits zu Lebzeiten - übrigens für 15.000 Dollar. Die Filmrechte zu den anderen, zumeist posthum erschienenen Werken, befinden sich im Besitz der Familie Tolkien, die sich größtenteils wenig begeistert über die Verfilmung des Herr der Ringe zeigte. Es ist sehr fraglich, ob und unter welchen Bedingungen diese weiteren Verfilmungen zustimmen würde. Sehr schade wäre es, würden keine mehr folgen, denn es verstecken sich hier noch mehrere Geschichten, die auf Leinwand eine gute Figur machen würden.

Vorneweg: ich halte Das Silmarillion in dieser Form nicht für verfilmbar. Als Spielfilm ohnehin nicht, den würde keiner verstehen. Und als Serie hätte man das Problem sehr unterschiedlicher und unterschiedlich langer einzelner Folgen, oder aber eines sehr künstlich zurechtgestutzten Handlungsablaufes. Aber es könnten sich mindestens zwei wunderbare, abendfüllende Spielfilme aus dem Silmarillion extrahieren lassen:
'Von Beren und Luthien' ist ein Stoff, nach dem Hollywood sich die Finger lecken dürfte: eine für sich allein verständliche Geschichte über eine Liebe jenseits aller Hoffnung, eine unerfüllbare Aufgabe, Schmerz, Glück und Tod. Das ganze gepaart mit heftiger Action, beeindruckenden Kulissen und einer Art Happy End, das dennoch eine Menge Fragen offen läßt. Von so etwas träumen Drehbuchautoren! Nur einen spielfilmtauglichen Titel müßte man noch finden (aber bitte nicht 'Der Herr der Silmaril / Juwelen / Edelsteine' oder so); vielleicht wäre aber 'Beren und Luthien' allein schon ein guter Titel. Es könnte aber auf jeden Fall ein großer, massentauglicher Film werden. Auf der Erfolgswelle des Herr der Ringe reitend könnte ein solcher Film die Kinogänger ab der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts begeistern, würden die rechtlichen Hindernisse ausgeräumt.
Ich vermute auch, daß die Tolkien-Erben, insbesondere Christopher Tolkien, originalgetreuen Verfilmungen der weniger bekannten Stoffe, vor allem bei entsprechendem künstlerischem Anspruch und weniger Special-Effect-Überflutung positiver gegenüberstehen würden als der derzeitigen Herr der Ringe Giga-Hyper-Mammutverfilmung. Nichts gegen diese Filme, sie sind wirklich umwerfend (zumindest mal bisher). Aber das, was sie jedoch für jeden sehenswert macht, ist halt vor allem die gewaltige Effekthascherei, der visuelle Overkill. Die Story des Films ist nicht schlecht, sehr bemerkenswert sogar, gäbe es da halt nicht die Story des Buches, die um einiges durchdachter, tiefgründiger und besser ist. Wie gesagt, kein Vorwurf an den Film, ich halte nur das Buch, so wie es geschrieben ist, nach wie vor für nicht verfilmbar und den Film für sehr unterhaltsam. Aber der Film setzt eindeutig Effekt vor Authentizität. In einer Verfilmung des Hobbits sowie der Beren und Luthien Geschichte könnte man beide Aspekte vereinen und immer noch ein großes Publikum ansprechen.

Bedeutend schwieriger wäre dies bei der zweiten großen Geschichte aus dem Silmarillion: der 'Narn i Hin Hurin', meinem heimlichen Wunschfilm. Obwohl ich mich auf dieser Webseite für einen Hobbit-Film einsetze: die Narn wäre das Größte, was ich mir auf Leinwand vorstellen könnte! Unter der Narn verstehe ich hier jene Synthese aus den beiden Geschichten 'Von Turin Turambar' des Silmarillions und der 'Narn i Hin Hurin' der Nachrichten aus Mittelerde. Die Geschichte aus den Nachrichten ist ja die weitaus umfangreichere, allerdings fehlt ihr der Mittelteil, welcher dann in dem entsprechendem Kapitel des Silmarillions zu finden ist. Aber die komplizierte Textsituation wäre kein wirkliches Hindernis für ein gutes Drehbuch, auch wenn es aufgrund eines Vetos der Tolkien-Erben bislang nicht möglich war, die Geschichte in vollständiger Form als Roman zu veröffentlichen.
Aber auch wenn der Film irgendwann rechtlich möglich wäre: gäbe es ein Publikum dafür, um die erforderlichen immensen Produktionskosten zu decken? Die Geschichte enthält nicht die Spur von Humor, kaum Momente des Glücks und der Freude und nicht den Ansatz eines Happy Ends für irgendeinen der Beteiligten. Sie ist eine der ganz großen Tragödien im wahrsten Sinne des Wortes, ziemlich harte Kost, die schon dem Leser kaum Zeit läßt, die einzelnen Katastrophen und Unglücke mental zu verarbeiten, geschweige denn dem Kinogänger. Dagegen steht eine Kulisse, die sich vor der des Herr der Ringe bestimmt nicht verstecken muß: ein ganzes Königreich geht unter, andere werden ausführlich gezeigt, samt deren Bevölkerung und die Darstellung von Angband (welche allerdings auch schon Beren und Luthien zu bieten haben müßte) sollte um einiges gewaltiger und furchtbarer sein als die von Isengart und Barad-dur aus dem Herr der Ringe zusammen. Daneben gibt es wie im Hobbit einen sehr beeindruckenden Drachen. Im Gegensatz zu jenem im Hobbit wäre aber dieser völlig ungeeignet, wenigstens ein paar Sympathiepunkte auf seiner Seite zu verbuchen. Und von den tatsächlich hier vorhandenen Liebesgeschichten (sogar zwei) wollen wir erst gar nicht reden - die sind nun wirklich nicht das, was man von solchen so erwartet. Dennoch, die Narn als Kinofilm wäre ein unvergleichliches Erlebnis, daß den Zuschauern den Atem rauben würde, würde sie jemals zustande kommen. Und vielleicht hätte sie aller Wahrscheinlichkeit zum Trotz doch Erfolg an der Kinokasse, ohne daß der Stoff verfremdet werden müßte - selbst Hollywood überrascht einen ja manchmal mit Filmen, die so gar nicht das sind, was man eigentlich erwartet und die gerade deswegen Erfolg haben.
Ungeduldig warten auf Filme aus dem Silmarillion braucht man leider wohl trotzdem noch nicht. Günstigsterweise kann man wohl zum Ende dieses Jahrzehnts damit rechnen, vielleicht auch erst im nächsten oder übernächsten, vielleicht nie. Wir wollen es nicht hoffen.

Was aber, wenn die Großen der Filmbranche nun den Hobbit erfolgreich an die Zuschauer gebracht haben und nach einer Fortsetzung schreien? Klar, die gibt es schon, Der Herr der Ringe. Und eine Fortsetzung zum Herr der Ringe? Blasphemie? Zumindest äußerst anmaßend, wenn sich Drehbuchschreiber dazu herablassen würden, die Geschichte von Frodos Neffen zu erzählen, der sich aufmacht, den Ohrring von Saurons kleinem Bruder zu vernichten, oder ähnlicher Blödsinn.
Aber es gibt die Fortsetzung zum Herr der Ringe! Von Tolkien selbst! Richtig gelesen! Auch wenn sie fast kein Schwein kennt.
Okay, zugegeben, das liegt vor allem daran, daß die Geschichte nach dem ersten Kapitel von Tolkien wieder aufgegeben wurde, weil sie in eine Richtung führte, die ihn nicht mehr interessierte. Gelesen wurde dieses kurze, interessante Fragment aus dem vierten Zeitalter zumeist nur von jenen wenigen, welche sich durch die gesamte 'History of Middle-Earth' hindurchgewühlt hatten und zu guter Letzt begeistert über Band 12, den besten dieser Reihe, herfielen und an dessen Ende 'The New Shadow' lasen, welches netterweise genau dann aufhört, wenn es spannend wird! Wäre es Blasphemie, auf diesem Fragment aufbauend eine Geschichte zu entwerfen, die als Fortsetzung zum Herr der Ringe gelten kann? Ich weiß es nicht! Klar ist allerdings, was dies für eine Geschichte werden würde, was auch Tolkien erkannte und deswegen das Interesse daran verlor: ein Thriller. Moment mal, ein Fantasy-Thriller? Psychopathische Orks? Gibt es denn auch andere? Nun ja, in dieser Geschichte hätte man es vor allem, wenn nicht ausschließlich, mit Menschen zu tun. Die Zeit aller anderen Völker ist halt abgelaufen. Und wozu braucht man dann Mittelerde, da kann ich ja auch einfach vor die Türe gehen! Deswegen ist das vierte Zeitalter für uns heute ja auch relativ uninteressant. Und genau dies würde einen authentischen Film so schwierig machen. Aber spannend wäre er trotzdem. Der Film selbst genauso wie die Frage, wie er aufgenommen werden würde. Es wäre bestimmt ein sehr mutiges Unterfangen, in die nicht ganz die hunderte von Millionen Dollar hereingepumpt werden würden wie in seine Vorgänger. Aber vielleicht beschert uns ja die Tricktechnik in ein paar Jahren die Stadt Emyn Arnen, wo die Geschichte spielt, komplett geldsparend aus dem Computer.

Was gäbe es noch zu Mittelerde? Sehr viel natürlich, aber in welcher Form der Untergang Numenors, die Rebellion der Noldor, Aufstieg und Fall Arnors oder die frühe Pracht Gondors auf Leinwand zu bannen wären, übersteigt meine Vorstellungskraft. Am ehesten wäre vielleicht noch - mit viel künstlerischer Freiheit - die Geschichte Numenors als Serie zu verfilmen. Ist wohl eher unwahrscheinlich, aber dennoch, wer weiß, was kommen mag?

Jenseits von Mittelerde gibt es jedoch noch weitere filmtaugliche Stoffe. An erster Stelle steht hier die Geschichte von Bauer Giles, die zur Abwechslung mal eine erstklassige Komödie abgeben würde und die auch mit relativ geringem Aufwand gedreht werden könnte - schließlich spielt sie sich ja größtenteils in einem kleinen Dorf ab und der Drache käme beschwingt aus dem Computer gehüpft, nun, da man mit seinen Artgenossen wohl schon ausreichend Erfahrung gesammelt hat.
Dann wäre da noch Roverandom, welcher einen tollen Film für die ganze Familie abgeben würde, wäre der Hauptdarsteller nicht ein Hund. Aber warum eigentlich nicht, so lange es gut gemacht wird? Disney hat uns ja schon des öfteren mit dergleichem beglückt, bei viel fantasieloseren Geschichten.
Blatt von Tüftler würde wohl eher in die Kategorie Experimentalfilm fallen, einer dieser Filme, den die Kritiker loben und das Publikum größtenteils verpasst.
Und wenn einem das Ganze auf Dauer viel zu realitätsfremd wird (so was soll es angeblich geben) und man wieder mal eine gute Geschichte aus unserer jetzigen Welt, vielleicht aus dem 20. Jahrhundert, auf Zelluloid sehen will, sagen wir mal eine große Familiensaga, dann hat auch dazu Tolkien seinen Beitrag geleistet, wenn auch nicht in Romanform, obwohl seine Biographie sich wie ein spannender Roman liest. Einen guten Film gäbe das auf jeden Fall auch ab!

Was wir schließlich wirklich wann zu sehen kriegen werden, muß natürlich die Zukunft zeigen. Aber für Tolkien- und Kino-Fans könnte es ein spannendes Jahrzehnt werden. Vielleicht auch zwei ...

12.1.2002 Smaug

< Artikel

Die Bücher zu den (vielleicht ;-) kommenden Filmen:

Der Herr der Ringe
Der Hobbit
Das Silmarillion (Von Beren und Luthien, Von Turin Turambar)
Nachrichten aus Mittelerde (Narn i Hin Hurin)
The Peoples of Middle-Earth (The New Shadow)
Fabelhafte Geschichten (Bauer Giles von Ham, Blatt von Tüftler)
Roverandom
J.R.R. Tolkien - Eine Biographie



(DVD)

 

(VHS)



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