28. April - 28. Mai DZ 2941: Thorin & Co. sind unterwegs nach Bruchtal.   (Daten aus Historischer Atlas von Mittelerde)
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Die Entstehung der Karten zum Herr der Ringe

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Die Landkarten zu Der Herr der Ringe

Die Hauptkarte zum Herr der Ringe entwickelte sich während des Prozesses des Schreibens an diesem Buch. Bis sie ihre veröffentlichte Form erhielt, änderte sie häufig ihre Gestalt in Bezug auf die Geographie wie die auf Namen der Orte. Wer diese Änderungen im Detail nachvollziehen will, dem sei die 'History of Middle-Earth', Band 7+8 empfohlen.
Tolkiens Sohn Christopher geht nicht näher auf den jetzigen Verbleib der alten Karten ein, aber vermutlich befinden sich diese im Besitz der Marquette University in Milwaukee, die Tolkiens gesamte schriftliche Unterlagen zur Entstehung des Herr der Ringe noch zu dessen Lebzeiten von ihm abkaufte. Christopher Tolkien wurden diese später, als er die 'History of Middle-Earth' schrieb, wieder zur Verfügung gestellt, nun befinden sie sich aber wieder im Besitz der Universität.
Die ursprünglichste Karte Mittelerdes entstand dadurch, daß Tolkien 9 Skizzen zu einzelnen Gebieten, die auf verschiedene Blätter verteilt waren, einfach aneinanderklebte. Vorgegeben war bereits die Karte des Hobbits, so daß sich die neue Karte um diese kleinere herumfügen mußte. Tolkien malte diese Karte sehr sorgfältig und mit Buntstift in mehreren Farben.
Der Herr der Ringe wurde 1938 begonnen und bis 1942 war diese Karte (oder die verschiedenen Einzelkarten, denn wann sie zusammengeklebt wurden, ist nicht bekannt) das alleingültige Referenzwerk für die Reise der Gefährten. Die Geschichte war zu diesem Zeitpunkt bis Lorien vorgedrungen, die folgenden Kapitel waren erst flüchtig skizziert. Entsprechend ist diese Karte sehr genau im Nordwesten Mittelerdes und zeigt dort einige Orte, die auf der veröffentlichten Karte wieder weggelassen wurden, weil sie für die Handlung unwichtig waren, wie z.B. Tol Fuin. Außerdem wurde ein großer Teil der Nordküste (!) Mittelerdes hier aufgezeichnet, die seitdem auf keiner Karte mehr auftauchte.
Die südlichen Länder, allen voran Gondor (welches da noch Ond hieß) und Mordor waren noch kaum über das Stadium flüchtiger Skizzen hinausgekommen und wiesen zunächst noch viele weiße Flecken auf, die sich erst langsam füllten. Dieses waren wohl die letzten Teile der Karte, die vollendet wurden. Interessant ist hier der Fluß und Pass Nargil im Süden Mordors. Hier sollten dem ursprünglichen Plan nach die Verbündeten Saurons nach Mordor gelangen, welche dann im Buch den längeren Weg durch den Morannon nahmen. Der Fluß blieb zwar erhalten, der Name aber ging verloren.
1943 schließlich fertigte Christopher Tolkien eine überarbeitete Version dieser Karte an, auf der viele kleinere Änderungen umgesetzt wurden und die schließlich die neue Referenz für den Autor des Buches wurde. Tolkien führte auf dieser Karte selbst laufend Veränderungen durch, aber keine gravierenden mehr. Erst 1953, kurz bevor der Herr der Ringe endlich erscheinen sollte, machte sich Tolkien in großer Eile endlich daran, die Karte endgültig zu überarbeiten und in eine veröffentlichbare Form zu bringen. Das Ergebnis hatte dann bedauerlicherweise einige kleinere Fehler, die erst sehr spät oder in den englischen Versionen zum Teil noch überhaupt nicht korrigiert wurden.

Während der Arbeit an Buch V etwa um 1945 zeichnete er an einer Karte in kleinerem Maßstab, welche sehr detailliert Gondor, Rohan und den Westen Mordors darstellte. Tolkien benötigte diese Karte selbst dringend, um den komplizierten Wegen seiner Figuren angemessen folgen zu können. Von dieser Karte machte schließlich sein Sohn Christopher jene Kopie, die schließlich Ihren Weg in den Herr der Ringe fand.

Die Karte zum Auenland entstand als erstes und bereitete aufgrund der geringen geographischen Ausdehnung auch die wenigsten Probleme. Tatsächlich lag bereits Ende 1938 eine Karte vor, die mit der Veröffentlichten einige Gemeinsamkeiten aufwies, als die meisten der Hauptpersonen des Buches inklusive Frodo noch gar nicht feststanden. Wann diese Karte ihre endgültige Form erhielt ist nicht bekannt, es dürfte aber in eine Zeit fallen, zu welcher der größte Teil Mittelerdes seinem Schöpfer noch unbekannt war.

1969 gestaltete Pauline Baynes, die zuvor den Bauer Giles von Ham und die Abenteuer des Tom Bombadil illustrierte, eine große Panoramakarte zum Herr der Ringe, die einerseits sehr viele Illustrationen aufwies, in der sie aber auch von Tolkien selbst mitgeteilte Ergänzungen aufnahm. Dazu gehörten z.B. Framsburg und Glanduin. Fehler der alten Karte wurden hier aber nicht korrigiert.
Diese Karte wurde nicht als Teil des Buches sondern separat verlegt. Wer heute noch eine davon sein eigen nennt, darf sich glücklich schätzen, denn diese sind jetzt extrem selten.

1980 erschienen die 'Nachrichten aus Mittelerde', welche auch endlich die korrigierte Karte des Herr der Ringe enthielten. Christopher Tolkien zeichnete diese auf Basis seiner alten Karte von 1943 und verkleinerte diese um Forochel und Umbar. Einige Namen, die im Herr der Ringe gar nicht vorkommen, wurden hinzugefügt: z.B. Lond Daer und Edhellond. Andere Namen, die eigentlich schon vorher hätten berücksichtigt werden müssen, wurden hinzugefügt: z.B. Edoras, Arthedain und Cardolan. Und das Nebelgebirge hieß nun endlich nicht mehr fälschlicherweise Hithaiglin sondern korrekt Hithaeglir. In vielen englischen Ausgaben des Herr der Ringe wird unverständlicherweise noch die alte Karte präsentiert, wogegen sich in den deutschen Ausgaben nun spät aber immerhin die korrigierte Karte durchsetzt, wiederum um Forochel und Umbar erweitert. Allgemein herumgesprochen scheint sich das aber noch nicht haben, denn anscheinend wird die alte Karte immer noch als Basis für allerlei Schnickschnack begleitend zum Film hergenommen, wie für die Kinderschokolade-Sammelbilder-Aufklebkarte von Ferrero oder die ansonsten gar nicht so schlechte CD-ROM 'Die Welt der Ringe'.

1981 veröffentlichte Barbara Strachey 'Frodos Reisen', den Atlas zum Herr der Ringe, welcher auf 50 Karten den Wegen der Gefährten folgt. Die Karten weisen eine hohe Detailtreue auf, unter anderem sind auch Höhenlinien eingezeichnet. Ansonsten gibt die Autorin einfach nur sehr genau die geographischen Angaben des Herr der Ringe wieder.

Standardwerk für die Geographie Mittelerdes im allgemeinen und des Herr der Ringe im besonderen ist allerdings der 1981 erschienene und 1991 aufgrund der 'History of Middle-Earth' überarbeitete 'Historische Atlas von Mittelerde'. Karen Wynn-Fonstad, Professorin für Kartographie, zeigt hier auf 200 Seiten alle bekannten Aspekte der Form dieser Welt in einer Fülle, die keine Wünsche offen läßt. Für einige der Informationen, die hier präsentiert werden, muß man anderswo schon sehr tief graben. Dieser Atlas enthält zwar nicht die offiziellen Karten Mittelerdes, die von Tolkien selbst gezeichnet wurden. Dafür erkennt aber auch Christopher Tolkien dieses Buch als Standardkartenwerk an. Der Historische Atlas umfaßt in Karten die ganze Geschichte und Geographie Tolkiens von der ersten Form der Welt nach ihrer Erschaffung bis zum Beginn des vierten Zeitalters.

Dieser Artikel ist in Ausgabe 18 des "Flammifer von Westernis", der Vereinszeitschrift der Deutschen Tolkien Gesellschaft erschienen.



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